„Deliberativ“ kommt vom englischen to deliberate = überlegen, erwägen, beratschlagen, nachdenken; deliberative wird übersetzt mit „beratend“.

Die meisten Beteiligungsverfahren, die nicht in der Verfassung oder in Gesetzen geregelt sind, werden im englischsprachigen Raum als deliberative democracy oder deliberative participation bezeichnet. Dafür gibt es noch keine wirklich passende deutsche Übersetzung.

Das Wort deliberative drückt gut aus, was einer der großen Vorzüge von Beteiligungsverfahren wie des Bürgergutachtens ist: Die Teilnehmer haben Zeit und Informationen. Sie können gründlich über eine Sache nachdenken, darüber sprechen, ihre Ansichten austauschen, verschiedene Interessen abwägen, neue Lösungen entwerfen und sich mehrfach neu orientieren, umentscheiden, ihre Meinung ändern. Das Ergebnis, zum Beispiel ein Bürgergutachten, ist durch gründliche und freie Arbeit zustandegekommen.

Die Beteiligten beraten einerseits die Entscheider (Politiker, Manager usw.), andererseits denken sie nach und geben ihre Empfehlung besonnen und wohlerwogen. Das alles steckt im Wort „deliberativ“.