Gesundheit

Nicht nur durch das Bürgergutachten für Gesundheit haben wir uns in das Gesundheitswesen und seine Probleme eingearbeitet.

Das Gesundheitswesen ist ein großer Wirtschaftszweig. Große Interessenverbände versuchen intensiv, Politik und Medien zu beeinflussen. Den meisten Bürgern erscheint das Gesundheitswesen undurchsichtig. Viel Geld fließt auf unklare Weise.

Für fast alle Menschen ist das Gesundheitswesen lebenswichtig, eine Frage von Leben und Tod oder doch immerhin eine Frage der Lebensqualität. Es geht also alle an. Aber die meisten haben nichts zu sagen.

Dabei sollte doch der Mensch (der Patient, der Versicherte) im Mittelpunkt stehen, um seinetwillen gibt es doch Krankenkassen, Ärzte, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen usw.

Gerade im Gesundheitswesen hapert es an Dialog und Mitsprache. Vier Beispiele:

  1. Die Bürgergutachter haben als Hauptschwächen des deutschen Gesundheitswesens „aufgeblähte Verwaltungsapparate, prestigeträchtige Gebäude, Bürokratismus“ sowie „keine Kostentransparenz“ angegeben. Offensichtlich kann ihnen niemand erklären, was verwaltet wird und wozu der Aufwand nötig ist.
  2. Nur 45 % der Befragten verstehen die Ratschläge und Anweisungen von Ärzten und anderen Therapeuten. Offensichtlich sprechen sie eine andere Sprache als die Patienten.
  3. Bei einer Untersuchung ist herausgekommen, dass im Krankenhaus der Arzt nur wenige Minuten am Tag mit einem Patienten spricht. Davon spricht aber die meiste Zeit der Arzt, nicht der Patient – der doch als einziger weiß, wie er sich innen anfühlt.
  4. Die „Sozialwahlen“, die 2005 wieder stattfinden, sind bei manchen Sozialversicherungen eher eine Farce. Insgesamt lag beim letzten Mal die Wahlbeteiligung zwischen 20% und 50%. Gewählt werden Listen mit Menschen, die man normalerweise nicht kennt. „Bei den Landesversicherungsanstalten werden größtenteils Wahlen ohne Wahlhandlung durchgeführt, bei der die Vorgeschlagenen mit Ablauf des Wahltages als gewählt gelten,“ hat die Süddeutsche Zeitung unlängst aus einer offiziellen Internet-Seite zitiert.

Es braucht also mehr Gespräch, mehr Verstehen und mehr Mitbestimmung im Gesundheitswesen. Gerade hier geht es aber um sehr komplizierte Sachen, über die man informiert sein muss und gründlich gemeinsam nachdenken sollte. Das geht am besten in einem vernünftigen Verfahren. Das Bürgergutachten für Gesundheit ist ein Beispiel dafür.

Dr. Hilmar Sturm hat sich auch wissenschaftlich mit Fragen des Gesundheitswesens befasst. Wenn Sie sich für seine Arbeit über Krankenhausreformen und Personalwirtschaft interessieren, finden Sie hier Literaturhinweise.

Gesellschaft für Bürgergutachten
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