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Anmerkungen zur Interpretation und Antworten auf häufig gestellte Fragen
Die Punkte
a) Entstehung der Punktwerte
In den Bürgergutachten sind viele Listen mit den Aussagen oder Empfehlungen der Bürger abgedruckt; daneben stehen jeweils Zahlen von Punkten. Diese Punktwerte kommen so zustande:
Zuerst erarbeiten und selektieren die Teilnehmer in Kleingruppen zu ca. 5 Personen gemeinsam ihre wichtigsten Forderungen. Diese werden im Plenum vorgestellt und dokumentiert. Dann bekommt jeder einzelne Teilnehmer in der Regel 5 Punkte, die er ganz frei auf die verschiedenen Aussagen verteilen kann. Er kann gar keine, einen Teil oder alle vergeben; er kann null, einen oder mehrere einer Aussage zuordnen oder sie auf viele Aussagen verteilen (kumulieren und panaschieren).
b) Interpretation der Punktwerte
Bei 400 Teilnehmern, die jeweils 5 Punkte zu vergeben hatten, kann eine einzelne Aussage oder Forderung theoretisch schon ab 201 Punkten von einer Mehrheit der Teilnehmer unterstützt werden. Man kann deshalb keine Prozente und Anteile ausrechnen.
Die Listen sind relativ lang und detailliert. Alles ist in der Sprache der Bürger und in den von ihnen vorgegebenen Kategorien wiedergegeben. Leserinnen und Leser können und sollten die Listen aufmerksam lesen und selber weiter interpretieren, vielleicht sogar verdichten (zusammenfassen).
Ein Beispiel: Beim Bürgergutachten für Gesundheit, Arbeitseinheit 01, Schwächen des deutschen Gesundheitswesens (Seite 56), finden sich die Aussagen:
Aussage | Punkte | Aufgeblähte Verwaltung, Bürokratismus, ... | 232 | keine Kostentransparenz | 214 | Doppeluntersuchungen | 144 | keine Kontrolle, keine Übersicht bei Krankenversicherung | 138 | ... | ... | mangelnde Aufklärung und Kommunikationsschwierigkeiten | 93 |
Nun könnte man keine Kostentransparenz, Kommunikationsschwierigkeiten und keine Kontrolle, keine Übersicht zusammenfassen zu einer Aussage: «keine Transparenz». Diese hätte dann 214 + 138 + 93 = 445 Punkte, stünde also an erster Stelle. Man könnte noch weiter gehen: Dass die Bürger die Verwaltung für aufgebläht halten, könnte auch daran liegen, dass sie zu wenig darüber wissen (was die Verwaltung eigentlich tut). Dann würde das Ergebnis immer deutlicher. Das bleibt aber dem Leser überlassen.
Auch beim Endergebnis (AE 15, Seite 90) könnte man so verfahren, auch hier ein Beispiel: Bonussysteme sind ein Weg, mehr Eigenverantwortung einzuführen. Man könnte also zusammenfassen und -zählen: 143 + 114 = 257; damit wäre die Eigenverantwortung an zweiter Stelle der Prioritätenliste. Das ist aber, wie gesagt, eine Interpretation, die jeder selber vornehmen sollte.
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